bbastify
← Alle Ausgaben
Archiv · Ausgabe #3024. Juni 2026 · 3 Min Lesezeit · 31 Quellen
bastify Briefing · Mittwoch, 24. Juni 2026 · #30

KI arbeitet jetzt dauerhaft mit

Ab August gilt der AI Act verbindlich, und die gute Nachricht ist: Wer jetzt die richtigen Schritte geht, ist schneller compliant als gedacht. Dazu zeigen Anthropic und SAP gerade, wie KI-Agenten nicht nur Aufgaben erledigen, sondern dauerhaft im Team arbeiten und ganze Unternehmensprozesse eigenständig steuern. Was das für deinen Alltag bedeutet, erfährst du heute.

Bastian Schlarp, founder of Bastify
Basti
Veröffentlicht am 24. Juni 2026, 08:20 Uhr
01Top Story

AI Act August 2026: Was du jetzt konkret tun musst

TL;DRDie nächste AI-Act-Frist kommt am 2. August 2026: Transparenzpflichten gelten für fast jeden KI-Einsatz, und wer jetzt einen Überblick seiner KI-Nutzung erstellt, ist auf der sicheren Seite.

Der AI Act tritt nicht auf einmal in Kraft, sondern in Stufen. Die nächste Stufe zählt: Ab dem 2. August 2026 greifen die Transparenzpflichten aus Artikel 50. Das betrifft deutlich mehr Unternehmen, als viele denken.

Konkret bedeutet das: Wer KI-Systeme einsetzt, die mit Menschen interagieren oder KI-generierte Inhalte erzeugen, muss das kenntlich machen. Nutzer müssen wissen, dass sie mit einer Maschine kommunizieren oder maschinell erstellte Inhalte lesen. Das klingt simpel, ist in der Praxis aber oft nicht geregelt.

Die gute Nachricht: Die verschobenen Regeln für sogenannte Hochrisiko-KI geben dir mehr Zeit. Aber diese Verschiebung gilt nicht für Artikel 50. Wer darauf wartet, dass sich noch etwas ändert, spart sich damit keine Zeit.

Der sinnvolle erste Schritt ist kein Rechtsgutachten, sondern eine interne Liste. Welche KI-Tools nutzt dein Unternehmen gerade? Wo interagieren diese Tools mit Kunden, Bewerbern oder Mitarbeitern? Welche Ausgaben davon landen ungekennzeichnet beim Empfänger? Diese Bestandsaufnahme dauert in den meisten mittelständischen Betrieben einen halben Tag, schafft aber die Grundlage für alles Weitere.

Wer diesen Überblick hat, kann gezielt entscheiden: Wo reicht ein kurzer Hinweis im Impressum oder in der E-Mail-Signatur? Wo braucht es eine sichtbare Kennzeichnung direkt im Inhalt? Die meisten Anpassungen sind handwerklich überschaubar, wenn man weiß, wo man steht.

Ein Jahr klingt lang. Für Unternehmen ohne Bestandsaufnahme ist es knapper, als es aussieht.

Takeaway
Erstelle diese Woche eine Liste aller KI-Tools im Einsatz und markiere, wo sie mit externen Personen in Kontakt kommen.
Weitere Infos
02Update· Claude

Claude Tag: Anthropics neuer Slack-Agent arbeitet dauerhaft im Team mit

TL;DRAnthropic ersetzt seinen Slack-Bot durch Claude Tag, einen dauerhaft aktiven Agenten, der Kontext aufbaut und Aufgaben eigenständig übernimmt.

Anthropic stellt seinen bisherigen Claude-Connector für Slack zum 3. August ab. Der Nachfolger heißt Claude Tag und funktioniert anders als ein klassischer Bot: Er tritt einem Slack-Workspace als Teammitglied bei, liest mit, was in seinen Kanälen läuft, und baut darüber dauerhaft Kontext auf. Wer ihn braucht, tippt @Claude, und er erledigt die Aufgabe. Ohne erneute Einweisung.

Was das Konzept interessant macht: Der Agent ist kanalübergreifend geteilt. Alle im selben Kanal arbeiten mit demselben Claude, der den gemeinsamen Stand kennt. Anthropic gibt an, dass 65 Prozent des eigenen Produktcodes inzwischen von Tag geschrieben werden. Außerdem kann er Aufgaben über Stunden oder Tage hinweg eigenständig verfolgen, wenn man ihm das erlaubt.

Eine Sache vorab: Claude Tag läuft auf Anthropics Servern, also gehören sensible Themen wie Personalfragen oder Kundendaten nicht in Kanäle, die du ihm öffnest.

Für Mittelständler mit Slack-Umgebung und klarer Datentrennung kann das ein echter Hebel sein, vor allem für wiederkehrende Aufgaben in Technik oder Support. Wer noch den alten Connector nutzt, hat 30 Tage Zeit zur Migration.

Takeaway. Prüf heute, welche Slack-Kanäle bei dir wirklich datensensibel sind, bevor du Claude Tag Zugang gibst.
Weitere Infos
03Deep Dive· SAP

SAP lässt KI-Agenten Unternehmensprozesse selbstständig steuern

TL;DRSAP testet autonome KI-Agenten für Kernprozesse, obwohl Sprachmodelle noch irren: Der Schlüssel liegt in klaren Grenzen und menschlicher Kontrolle.

SAP erprobt gerade, wie weit KI-Agenten in Unternehmensprozessen eigenständig entscheiden können, von Einkauf über Finanzabschlüsse bis zur Personalplanung. Das klingt mutig, ist aber kein Freifahrtschein für blinde Automatisierung.

Die ehrliche Einordnung: Sprachmodelle liegen regelmäßig falsch. SAP weiß das. Deshalb geht es nicht darum, die KI einfach loszuschicken, sondern darum, sie in engen, klar definierten Prozessen zu nutzen, wo Fehler früh auffallen und ein Mensch eingreifen kann. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen einem sinnvollen Piloten und einem riskanten Experiment.

Für deinen Betrieb bedeutet das: Du musst kein SAP-Kunde sein, um daraus etwas mitzunehmen. Das Prinzip gilt überall. KI-Agenten funktionieren dort gut, wo der Prozess klar dokumentiert ist, die Ausgabe prüfbar ist und du weißt, wer bei einem Fehler die Hand hebt. Fang mit einem Prozess an, der repetitiv ist und bei dem ein Fehler korrigierbar bleibt, nicht mit dem, der direkt den Kunden trifft.

Was SAP hier im Großen testet, können Mittelständler im Kleinen schon heute tun. Der Vorteil: Ihr seid beweglicher und könnt schneller lernen, was funktioniert und was nicht.

Takeaway
Wähle einen klar abgegrenzten, prüfbaren Prozess in deinem Betrieb und teste dort einen KI-Agenten mit definiertem Kontrollpunkt.
Weitere Infos
Wie war diese Ausgabe?

Ein Klick reicht. Du hilfst, das Briefing schärfer zu machen.

Zweimal pro Woche
bastify Briefing

Dein KI-Briefing. Zweimal pro Woche ins Postfach.

Dienstags und freitags das Wichtigste aus dem KI-Maschinenraum, in 5 Minuten gelesen. Von Basti persönlich zusammengestellt.

Mit Klick auf „Abonnieren" stimmst du dem Versand zu. Datenschutz
✓ Kostenlos✓ DSGVO-konform
So entsteht das Briefing: KI-gestützt aus 31+ Quellen recherchiert, von Basti geprüft und freigegeben.

Archiv

6 Ausgaben insgesamt

#127Dienstag · 27. Oktober 2026OpenAI drückt mit GPT-6.1 Terra die API-Kosten deutlich nach unten, während Anthropic mit Claude Duet einen persönlichen KI-Agenten in die Preview schickt. Dazu zeigen zwei fundierte Analysen, wie du KI-Agenten so aufsetzt, dass sie wirklich zuverlässig arbeiten, und warum ein gut gebauter Agent oft mehr leistet als ein ganzes Netz aus Subagenten. Das und AWS Continuum, das Code-Schwachstellen selbstständig aufspürt und behebt, findest du in dieser Ausgabe.→#125Dienstag · 20. Oktober 2026Wenn KI Personalentscheidungen vorbereitet, bleibt die finale Entscheidung beim Menschen, Italiens neuer Rahmen zeigt, wie das konkret aussieht und was das für dein Unternehmen bedeutet. Dazu: wie EnBW Netzengpässe erkennt, bevor sie entstehen, warum Opendesk als europäische Office-Alternative gerade richtig Fahrt aufnimmt, und wie du mit der neuen Gemini-4-Argon-API deine KI-Kosten von Beginn an sauber im Griff hast.→#122Freitag · 9. Oktober 2026Gleich zwei neue Modelle machen KI im Betrieb deutlich attraktiver: Claude Haiku 5.5 liefert spürbar mehr Leistung zu einem Bruchteil des bisherigen Preises, und GPT-6 bringt interaktive Oberflächen, die weit über reine Textantworten hinausgehen. Dazu erfährst du, was der EU AI Act ab diesem Monat konkret für deinen Betrieb bedeutet und worauf du jetzt achten solltest.→#121Dienstag · 6. Oktober 2026Wenn KI-Agenten dort eingesetzt werden, wo Routineprozesse den Alltag bremsen, entsteht echter Hebel, und wie du Tool-Freigaben im Betrieb deutlich schneller durchbekommst, ohne dreifache Prüfarbeit, zeigt diese Ausgabe konkret. Dazu: Aleph Alpha stellt mit Kolibri ein starkes deutschsprachiges Modell frei zur Verfügung, und ein französisches Gerichtsurteil macht klar, wie du KI-Einführungen rechtssicher aufstellst.→#120Freitag · 2. Oktober 2026Wenn KI im Betrieb nicht mehr nur ausprobiert wird, sondern echte Budgets braucht, stellen sich konkrete Fragen. Diese Ausgabe zeigt dir, wie du den Schritt von der Testphase zur belastbaren Kostenplanung gehst, was KI-Agenten heute schon in B2B-Routinen leisten und wie ein Förderantrag mit dem richtigen Werkzeug in zwei Stunden statt drei Tagen steht. Dazu gibt es einen nüchternen Blick darauf, wie du deinen Betrieb absicherst, wenn KI-Tools mehr Zugriff haben als gedacht.→
Alle Ausgaben ansehen →
1:1

15 Min Gespräch, kostenlos.

Wir schauen, wo KI in deinem Betrieb sofort Stunden spart.

Termin sichern