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Archiv · Ausgabe #3226. Juni 2026 · 3 Min Lesezeit · 31 Quellen
bastify Briefing · Freitag, 26. Juni 2026 · #32

KI übernimmt Vertrieb und Computer

Googles Gemini 3.5 Flash bedient jetzt eigenständig Browser, Desktop und Smartphone, was völlig neue Möglichkeiten für automatisierte Abläufe im Alltag eröffnet. Dazu zeigen wir dir fünf Vertriebsaufgaben, die KI heute schon zuverlässig erledigt, und Mistral legt mit einem OCR-Modell nach, das Dokumente in 170 Sprachen sauber strukturiert ausliest. Ein guter Freitag, um zu schauen, was du nächste Woche einfach delegierst.

Bastian Schlarp, founder of Bastify
Basti
Veröffentlicht am 26. Juni 2026, 08:34 Uhr
01Top Story· Gemini 3.5 Flash

Gemini 3.5 Flash steuert jetzt selbstständig Computer, Browser und Smartphones

TL;DRGoogle gibt Gemini 3.5 Flash die Fähigkeit, Bildschirme eigenständig zu bedienen, Entwickler können damit schon Automatisierungen bauen.

KI, die selbst die Maus bewegt und Formulare ausfüllt: Google hat diese Woche "Computer Use" direkt in Gemini 3.5 Flash integriert. Das Modell kann ab sofort eigenständig Desktop-Anwendungen, Browser und mobile Geräte steuern, ohne dass ein Mensch eingreift.

Für deinen Betrieb bedeutet das: Aufgaben, die bisher einen Mitarbeiter am Bildschirm erfordert haben, lassen sich künftig automatisieren. Denk an Softwaretests, das Übertragen von Daten zwischen Systemen, die keine Schnittstelle haben, oder wiederkehrende Klick-Strecken in Verwaltungsprogrammen. Wer Entwickler im Haus hat oder mit einer Agentur arbeitet, kann diese Fähigkeit über die Gemini-API direkt nutzen.

Die Leistung ist messbar: Im OSWorld-Benchmark, dem Standardtest für solche Aufgaben, erreicht Gemini 3.5 Flash 78,4 Punkte und liegt damit auf Augenhöhe mit GPT-5.5. Das ist kein Marketing-Versprechen, sondern ein vergleichbarer Wert gegenüber dem, was der stärkste Wettbewerber heute liefert.

Wichtig zur Einordnung: Computer Use ist kein Knopf, den du einfach drückst. Es braucht eine technische Einbindung, klare Aufgabendefinition und Testläufe, bevor du so einen Agenten produktiv schaltest. Fehler passieren, und ein Modell, das selbst klickt, kann auch falsch klicken. Pilotiere das in einer kontrollierten Umgebung, nicht direkt im Livesystem.

Der Trend ist trotzdem eindeutig: Bildschirmsteuerung durch KI wird gerade von mehreren Anbietern gleichzeitig serienreif gemacht. Wer jetzt versteht, welche Prozesse im eigenen Betrieb davon profitieren könnten, ist früh genug dran.

Takeaway
Schreib drei Prozesse auf, bei denen jemand regelmäßig dieselben Klicks macht, und prüf, ob Computer Use dort ansetzt.
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02Deep Dive

Fünf Vertriebsaufgaben, die KI heute zuverlässig übernimmt

TL;DRLangsame Reaktionszeiten und manuelle Datenpflege kosten Vertriebsteams täglich Stunden, KI im CRM löst genau diese fünf Engpässe.

Das Problem im Vertrieb ist selten die Strategie. Es ist der Kleinkram: Lead nachfassen, Kontaktdaten einpflegen, Gesprächsnotizen zusammenfassen, Follow-up-Mails formulieren, Prioritäten setzen. Alles einzeln überschaubar, zusammen ein echter Zeitfresser.

Moderne CRM-Systeme wie Salesforce, HubSpot oder Pipedrive haben in den letzten zwölf Monaten KI-Funktionen nachgerüstet, die genau hier ansetzen. Konkret geht es um fünf Bereiche: automatische Lead-Priorisierung nach Abschlusswahrscheinlichkeit, KI-generierte Gesprächszusammenfassungen nach Anrufen, Vorschläge für den nächsten Schritt im Verkaufsprozess, personalisierte E-Mail-Entwürfe auf Knopfdruck und automatische Datenpflege aus E-Mails und Kalendereinträgen.

Für deinen Betrieb heißt das: Du musst nicht auf ein neues System wechseln. Schau zuerst, was dein bestehendes CRM bereits kann. Viele dieser Funktionen sind längst freigeschaltet, werden aber nicht genutzt, weil niemand danach gesucht hat. Ein Nachmittag mit dem Handbuch oder dem Support-Chat reicht oft, um zwei oder drei davon produktiv einzusetzen.

Wer noch kein CRM im Einsatz hat, sollte jetzt einsteigen. Der Abstand zwischen Teams, die diese Automatisierungen nutzen, und solchen, die alles manuell erledigen, wird größer.

Takeaway
Öffne heute dein CRM und prüfe, welche KI-Funktionen bereits aktiviert sind – und schalte mindestens eine davon für dein Team ein.
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03Release· Mistral OCR 4

Mistral OCR 4 liest Dokumente in 170 Sprachen strukturiert aus

TL;DRMistrals neues OCR-Modell erkennt Text in 170 Sprachen und liefert ihn direkt strukturiert, was Dokumentenverarbeitung im Betrieb deutlich vereinfacht.

Wer viele Dokumente verarbeitet, kennt das Problem: Scannen ist eine Sache, den Inhalt danach sinnvoll nutzbar machen eine andere. Mistral OCR 4 schließt diese Lücke, indem es beides in einem Schritt erledigt.

Das Modell liest nicht einfach Zeichen aus einem Bild ab, sondern gibt den Inhalt strukturiert zurück: Tabellen bleiben Tabellen, Abschnitte bleiben Abschnitte. Das macht die Ergebnisse direkt weiterverarbeitbar, etwa für eine interne Suche oder für KI-Assistenten, die auf Basis eurer Dokumente antworten sollen.

Für den Mittelstand ist das relevant, sobald ihr mit gescannten Rechnungen, Lieferscheinen, Verträgen oder Formularen arbeitet. Bisher brauchte man dafür oft mehrere Tools hintereinander. OCR 4 kann diesen Schritt konsolidieren.

Die Unterstützung von 170 Sprachen ist für viele Betriebe Overkill, aber für alle mit internationalen Lieferanten oder Kunden ein echtes Argument. Mistral stellt das Modell über seine API bereit, ein direkter Selbsttest ist also ohne großen Aufwand möglich.

Takeaway. Teste Mistral OCR 4 mit einem eurer häufigsten Dokumenttypen und prüf, ob die strukturierte Ausgabe euren bisherigen OCR-Schritt ersetzen kann.
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