KI im Betrieb sicher und klug nutzen
Dieser Freitag hat es in sich: Du erfährst, wie du den Umgang mit Gesundheitsdaten in ChatGPT klar und verbindlich regelst, was du nach der aktuellen Sicherheitslücke konkret tun kannst, und warum Collabora Online mit seinem neuen KI-Assistenten eine interessante Option für mehr Unabhängigkeit bei der Modellwahl wird. Drei Themen, die dir helfen, KI im Alltag souveräner einzusetzen.
ChatGPT mit Gesundheitsdaten: So regelst du den Umgang in deinem Betrieb
OpenAI rollt in den USA ein neues Feature namens "Health in ChatGPT" aus. Nutzer können ihre Apple-Health-Daten, Patientenakten und Wellness-Apps direkt mit ChatGPT verbinden und bekommen dann personalisierte Gesundheitsantworten. 300 Millionen Menschen stellen laut OpenAI wöchentlich Gesundheitsfragen an das System, offenbar auch ohne diese Funktion.
Für deutsche Mittelständler ist das Feature zunächst nicht relevant, weil es nur für US-Nutzer verfügbar ist. Trotzdem lohnt ein zweiter Blick, denn die Richtung ist klar: KI-Assistenten werden zunehmend mit hochsensiblen Daten verknüpft. Was heute Gesundheitsdaten in den USA sind, kann morgen ein europäisches Pendant mit Arbeitnehmerdaten, Krankmeldungen oder betrieblichen Versicherungsinfos sein.
Die eigentliche Botschaft für deinen Betrieb: Hast du geregelt, was deine Mitarbeitenden in KI-Tools eingeben dürfen? Viele Unternehmen haben das noch nicht schriftlich fixiert. Eine knappe interne Richtlinie mit drei klaren Verboten schützt dich rechtlich und schafft Klarheit im Team: keine Patientendaten, keine Personaldaten, keine Betriebsgeheimnisse in externe KI-Systeme.
Nebenbei zeigt das Feature noch etwas: OpenAI differenziert offen nach Zahlungsbereitschaft. Das stärkere Modell bleibt Premiumkunden vorbehalten, Gratis-Nutzer bekommen die abgespeckte Variante. Wer KI produktiv im Betrieb einsetzen will, kommt an bezahlten Zugängen kaum vorbei. Das gilt nicht nur für Gesundheitsfeatures, sondern generell.
- the-decoder.de · 23. Juli 2026
ChatGPT-Sicherheitslücke: So schützt du dein Unternehmen
Sicherheitsforscher von Zenity Labs haben gezeigt, wie ein einziger präparierter Link ausreicht, um im Namen eines Mitarbeitenden einen autonomen KI-Agenten in ChatGPT zu erstellen. Der Agent erbte dabei automatisch die Identität und alle Zugriffsrechte des Opfers und holte alle fünf Minuten neue Befehle vom Angreifer ab. Normale Freigabe-Dialoge wurden durch den manipulierten Prompt unterdrückt.
Für die meisten Mittelständler gilt: Wer ChatGPT nur für Textentwürfe und Recherche nutzt, ist von dieser Lücke kaum betroffen. Kritisch wird es, wenn ihr ChatGPT Enterprise oder den Agent Builder produktiv einsetzt und Mitarbeitende dort mit Firmenkonten angemeldet sind.
Der praktische Schutz ist überschaubar: Schau in den Admin-Einstellungen eurer ChatGPT-Lizenz nach, ob externe Agenten und Plugins überhaupt aktiviert sind. Wer das nicht aktiv braucht, schaltet es ab. Zusätzlich gilt die alte Regel: Mitarbeitende sollten keine Links aus unbekannten Quellen in ChatGPT öffnen, genauso wenig wie in der normalen E-Mail.
OpenAI hat die Lücke nach der Meldung durch Zenity geschlossen. Trotzdem zeigt der Fall, dass KI-Agenten mit Firmenzugängen eine neue Angriffsfläche sind, die viele noch nicht auf dem Schirm haben. Wer KI-Agenten plant oder bereits einsetzt, sollte Zugriffsrechte so eng wie möglich halten.
- the-decoder.de · 23. Juli 2026
Collabora Online bekommt KI-Assistenten mit freier Modellwahl
Wer im Büro auf Microsoft 365 verzichtet und stattdessen auf die Open-Source-Alternative Collabora Online setzt, bekommt jetzt KI-Unterstützung nachgeliefert. Version 26.04 integriert einen Assistenten direkt in Writer, Calc und Impress.
Der entscheidende Unterschied zu Copilot und Co.: Du bestimmst selbst, welches Modell läuft und wo. Lokales Modell auf dem eigenen Server, externer Anbieter oder beides kombiniert. Das ist kein Detail, sondern ein echter Vorteil für alle, die sensible Daten nicht in fremde Clouds schicken wollen.
Für den Mittelstand mit eigenem Server oder einem DSGVO-bewussten IT-Dienstleister ist das eine saubere Option. Wer Collabora ohnehin schon einsetzt, bekommt die KI-Funktionen mit dem Update. Wer noch auf klassische Office-Alternativen schaut, hat jetzt einen Grund mehr, Collabora ernstzunehmen.
Klar: Collabora ist nicht so weit verbreitet wie Microsoft 365, und der Wechsel kostet Aufwand. Aber wer die Kontrolle über seine Daten behalten will und trotzdem nicht auf KI-Unterstützung beim Schreiben, Rechnen und Präsentieren verzichten möchte, hat hier eine funktionierende Antwort.
Takeaway. Prüf, ob Collabora Online für deinen Betrieb eine Option ist, und lass dir von deinem IT-Dienstleister zeigen, wie das Update eingespielt wird.
- heise.de · 23. Juli 2026
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